kleine Netzwerkfibel

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kleine Netzwerkfibel

#1 Beitrag von Pedant » Sa 18 Jun 2005, 17:14

kleines Netzwerk A-Z

Das soll dazu dienen ein ausreichendes Halbwissen zu vermitteln um das eigene Netzwerk, insbesondere das Streaming, in den Griff zu bekommen. Manche Erläuterungen sind sicher sehr ungenau, macht aber nichts, Fachleute lesen in anderen Quellen. Bei Fehlern, die zu einem falschen Verständnis oder zu Fehlbedienung führen, bitte ich um Nachricht.
Das ist aber keine Einladung zur individuellen Netzwerkschulung per PN (Private Nachricht). Falls Fragen bestehen können sie gerne öffentlich ins Forum gestellt werden damit jeder, der Zeit und Lust hat, Gelegenheit bekommt darauf zu antworten.
Ausführliche Infos gibt es bei http://de.wikipedia.org und bei http://www.google.de

Inhalt:
Broadcast
Crossover
DHCP
DNS
Ethernet
Firewall
Gateway
Hub
IP-Nummer
MAC-Adresse
Mbit
Netzwerkkabel
PeerToPeer (P2P)
Port
Proxy
Router
Server
Subnetz
Switch
TCP/IP
UDP
UPnP (Universal PlugAndPlay)

Broadcast Rundruf
Ein Rundruf im Netzwerk wird an die höchste Adresse im Netzwerk gerichtet, was bei unseren IP-Nummern die 192.168.xxx.255 ist. Damit wird dann kein bestimmter Rechner angesprochen, sondern alle gleichzeitig. Diese Broadcast-Adresse hat für den Heimnetzwerker keine weitere Bedeutung.

Crossover gekreuzt
Siehe Netzwerkkabel

DNS Domain Name Service (quasi die Auskunft im Netzwerk)
Das sind die Internetserver, die die Rechnernamen in IP-Nummern übersetzen können.
Versucht man google.de zu erreichen, muss im Hintergrund erstmal ein DNS-Server gefragt werden, welche Nummer diesem Namen zugeordnet ist. (google.de = 216.239.59.104). Ruft man im Browser nicht google.de auf sondern die entsprechende IP-Nummer, dann wird der DNS-Server nicht benötigt. Wer merkt sich aber schon die öffentlichen IP-Nummern. Als DNS-Server trägt man entweder der DNS-Server des eigenen Internetproviders ein oder einfach die IP des eigenen Routers. Der Router kann diesen Dienst zwar nicht anbieten, aber er greift auf den DNS-Server zu, den er bei seiner Einwahl vom Internetanbieter genannt bekommt. Die Angabe eines DNS-Servers ist nur notwendig, wenn ein Gerät Internetzugang nutzen soll.
Im Windows-Heimnetzwerk wird kein DNS-Server benötigt, die Namen der Rechner machen sich auf andere Art bekannt. Die Dbox2 muss normalerweise über ihre IP angesprochen werden. Man kann aber als Ersatz für einen privaten DNS-Server seine hosts-Datei am PC bearbeiten. C:\Windows\System32\drivers\etc\hosts
Diese Datei mit einem NurText-Editor geöffnet, sieht man zu Beginn erstmal viele Kommentarzeilen, die jeweils mit Raute (#) beginnen. Am Ende der Datei, hinter 127.0.0.0 localhost, kann man dann eine oder mehrere Zeile einfügen wie z.B.: 192.168.0.202 dbox und 192.168.0.1 router
Das Format ist einfach. Erst kommt die IP-Nummer eines Gerätes dann ein oder mehrere Leerzeichen und danach der Name unter dem man es ansprechen können möchte. Man kann durch Leerzeichen getrennt weitere, alternative Namen angeben. Z.B.: 192.168.0.202 dbox dbox2 flimmerkiste
Beim Speichern unbedingt darauf achten, dass die Datei keine Extension bekommt, also dann plötzlich hosts.txt heißt. Jegliche Formatierungen sind auch verboten, es muss eine reine Text-Datei bleiben. Windowsrechner oder Internetserver sollte man hier nicht eintragen, es sei denn man weiß was man tut.

DHCP Dynamic Host Configuration Protocol
Das ist ein Dienst der im heimischen Netzwerk normalerweise nur von einem DSL-Router angeboten wird. Er dient dazu die Konfiguration des TCP/IP-Protokolls zu automatisieren. Clients (z.B. PC oder Dbox2) können auf DHCP eingestellt werden (IP-Nummer automatisch beziehen), wobei alle relevanten Informationen, also IP-Nummer, default Gateway und DNS-Server, automatisch dem Client bekannt gemacht werden. Ein Client, der auf DHCP eingestellt ist, sucht beim Anschluss eines Netzwerkkabels oder beim Systemstart nach einem DHCP-Server und konfiguriert sich dann mit den erhaltenen Informationen selbst. Das ist praktisch und einfach. Es hat aber den Nachteil, dass man nicht weiß welche IP-Nummer dem Client zugeteilt wird. Da in der Dbox2 und in der Streamingsoftware statische IP-Nummern der Gegenstellen eingetragen werden müssen, ist es doof, wenn diese Gegenstellen jedes Mal dynamisch andere IP-Nummern zugeteilt bekommen.
Jack sagt dann "Box nicht gefunden" und die Dbox2 bringt Mountfehler oder "Streamingserver nicht gefunden".
Beim Streamen sollte man auf dynamisch vergebene IP-Nummern verzichten und lieber statische IP-Nummern in den Geräten konfigurieren. Man kann den DHCP-Server normalerweise auch anweisen für eine bestimmt MAC-Adresse eine bestimmte, gleich bleibende IP-Nummer zu reservieren, aber dann kann man auch gleich auf DHCP verzichten. Den DHCP-Dienst muss man deswegen nicht gleich deaktivieren. Ein DHCP-Server verwaltet (verteilt) üblicherweise nicht alle im Netzwerk zur Verfügung stehenden IP-Nummern, sondern nur einen Bereich ab einer definierten Adresse aufwärtszählend bis zum Ende des definierten Bereichs. Ein Beispiel wäre: der DHCP vergibt auf Nachfrage die Adressen 192.168.0.20 bis 192.168.0.99. Dieser Adresspool umfasst also 80 aufeinander folgende Adressen. Wenn man dem Streamingserver (PC) und der Dbox2 eine statische (unveränderliche) IP-Nummer zuordnet, dann sollte sie in diesem Fall aus dem Bereich 192.168.0.2 bis 192.168.0.19 sein, also außerhalb des Pools, damit sie nicht noch einmal vergeben werden. Die 192.168.0.1 ist in diesem Beispiel schon vom Router belegt. Das Laptop, dass man mal im Büro, mal im Hotel und auch zuhause am einem Netzwerk anschließt kann dann trotzdem den DHCP-Komfort im Anspruch nehmen. Für Netzwerkdrucker, Windows-Netzwerkfreigaben, oder Internetzugang über Router ist es egal ob die IP-Nummer statisch oder dynamisch ist. Falls das Laptop auch ins Konzept von Dbox2 und Streaming integriert ist, dann empfiehlt sich hier die dynamische Vergabe einer bestimmten IP-Nummer anhand der MAC-Adresse des Laptops. Den meisten DHCP-Servern ist das per Konfiguration beizubringen. Internet Service Provider (ISP) bieten bei Einwahlverbindungen (auch DSL) fast immer DHCP zwingend an. Die dadurch zugeteilten IP-Nummern sind aber öffentliche IP-Nummern, so dass man sich keine Sorgen machen muss, dass man zufällig eine Adresse erhält, die im eigenen Netzwerk schon vergeben ist, da das eigene Netzwerk auf privaten IP-Nummern basiert. Man sollte auch nicht versuchen bei einer Einwahlverbindung eine statische, öffentliche IP-Nummer einzutragen. Das wäre aus der Rubrik "Scherze die keiner witzig findet". Ein Laptop das auf DHCP eingestellt ist, damit es im Büro und unterwegs bequem ins Netzwerk kann, kann auch dann auf DHCP eingestellt bleiben, wenn man zuhause keinen DHCP-Server hat. Dafür gibt in den Eigenschaften des TCP/IP-Protokolls bei Windows XP den Reiter "Alternative Konfiguration". Dieser ist nur dann vorhanden, wenn die IP-Nummer auf "automatisch" konfiguriert ist. Hier kann man dann eine statische IP-Konfiguration vornehmen, die nur dann verwendet wird, wenn der Rechner keinen DHCP-Server im Netzwerk finden kann. Ergebnis: dynamisch mit DHCP für unterwegs und statisch ohne DHCP für zuhause.

Ethernet eine Netzwerkart
Die Art der Netzwerkgeräte, Kabel und Übertragungsweise, die heute üblich ist.
Ethernet bedeutet aber 10 Mbit. 100 Mbit heißt Fast-Ethernet und 1000 Mbit heißt Gigabit-Ethernet. Diese Unterscheidung wird in der Umgangssprache meist vernachlässigt.

Firewall der Schutz eines Systems nach außen.
Zunächst muss mal Firewalls unterscheiden in Personalfirewalls (PF) und Harwarefirewalls. Personalfirewalls werden auf einem Rechner installiert und sollen die Netzwerkaktivitäten überwachen. Allerdings ist diese Sicherheit oft trügerisch, s.a. diesen Artikel. Hardwarefirewalls sind in externen Geräten untergebracht. Die meisten Router z.B. bieten dies. Dabei wird der Netzwerkverkehr gefiltert, bevor er beim Rechner ankommt. Ist zwar auch kein 100%iger Schutz, aber bei richtiger Anwendung schon sicherer. Einen 100%igen Schutz kann nichts bieten, den besten Schutz bietet "Brain1.0", im Umkehrschluss ist also das, was den Rechner am meisten bedroht, das Ding zwischen Stuhl und Tastatur. Firewalls haben auch Nachteile, nämlich, sie verhindern auch gewünschte Sachen, z.B. den Netzwerkverkehr zur Dbox2. Man muss erst ein Loch in sie schlagen, um diese Sachen möglich zu machen (Ports öffnen). Gerade die Personalfirewalls machen hier oft mehr Probleme, als dem User lieb ist. Die externen Hardwarefirewalls liegen ja i.d.R. nicht zwischen Dbox2 und Rechner sondern zwischen Heimnetzwerk und Internet und sind daher fürs Streamen unproblematisch.

Gateway Tor(weg), Einfahrt
Am PC und an der Dbox2 kann das Default Gateway (Standardgateway) eingetragen werden. Eine Angabe ist nur notwendig, wenn der PC oder die Dbox2 einen vorhandenen Internetzugang nutzen sollen. Üblicherweise ist das Default Gateway der Router, soweit vorhanden. Wenn ein Gerät im Netzwerk eine IP-Nummer außerhalb des eigenen Netzwerkes anspricht, so kann es vom eigenen Netzwerk keine Antwort erhalten und wendet sich daraufhin an das Default Gateway. Das hat zwar auch keine Ahnung, gibt diese Anfrage aber ans nächste Netzwerk, das Internet weiter.

Hub einfache Netzwerkmehrfachsteckdose
Hier können mehrere Netzwerkteilnehmer angeschlossen werden um sie miteinander zu verbinden. Die meisten Hubs lassen nur eine Anschlussgeschwindigkeit zu. Das ist je nach Gerät entweder 10 Mbit oder 100 Mbit. Da die Dbox2 nur 10 Mbit kann, kann sie auch nur ein einen 10 Mbit-Hub angeschlossen werden. Alle anderen angeschlossenen Geräte werden auch auf 10 Mbit runtergetaktet. Diese 10 Mbit sind auch der maximale Datendurchsatz für die Summe aller paralleler Netzwerkaktivitäten.
Ein Hub sendet immer dem gesamten Netzwerkverkehr an alle Anschlüsse und jeder angeschlossene Teilnehmer muss selbst erkennen ob die Daten für ihn bestimmt sind oder nicht. Das führt dazu, dass sich alle Geräte die maximale Bandbreite teilen müssen. Beim Streamen über einen Hub sollte keine weitere Netzwerkaktivität stattfinden, um der Dbox2 nichts von der Bandbreite wegzunehmen. Ein Switch handhabt das anders

IP-Nummer quasi die Netzwerk-Telefonnummer eines Gerätes
Die IP-Nummer muss innerhalb eines Netzwerkes einmalig sein, was im Falle des Internets heißt, dass sie weltweit nur einmal vergeben werden darf. So genannte öffentliche IP-Nummern fürs Internet werden von entsprechenden Organisationen verwaltet und vergeben.
Für das Heim- oder Firmennetzwerk gibt es private IP-Nummern, die von jedermann genutzt werden dürfen. Welche Nummern beziehungsweise Nummernbereiche das sind weiß Google. Hier gehen wir im Folgenden nur auf einen Bereich ein, was aber völlig ausreichend ist.
Die IP-Nummer besteht immer aus einem vorderen Teil, der das Netzwerk definiert und einem hinteren Teil, der das Gerät benennt. Dazu gibt es noch eine Subnetzmaske, die zu der IP-Nummer passen muss. Für die Dbox2 und das Heimnetzwerk nutzt man den Bereich 192.168.xxx.yyy/255.255.255.0
Das bedeutet alle IP-Nummern beginnen immer mit 192.168. Dann folgt eine wahlfreie Zahl (xxx) zwischen 0 und 255, die bei allen Geräten identisch ein muss, die sich im Netzwerk unterhalten dürfen. Als letztes kommt eine wahlfreie Zahl zwischen 0 und 254, die bei allen Geräten unterschiedlich sein muss, wenn das zugehörige "yyy" identisch ist. Alle Geräte haben dieselbe Subnetzmaske: 255.255.255.0

Beispiel mit fünf vernetzen Geräten:
Gerät 1: 192.168.0.3
Gerät 2: 192.168.0.17
Gerät 3: 192.168.0.202
Gerät 4: 192.168.18.3
Gerät 5: 192.168.18.4

Gerät 1 bis 3 können sich jederzeit untereinander unterhalten und Gerät 4 und 5 auch.
Gerät 2 kann aber Gerät 5 nicht erreichen, da sie sich in unterschiedlichen Netzwerken befinden, auch wenn es von der Verkabelung her dasselbe Netzwerk ist.
Um eine Kommunikation zwischen zwei Netzwerken zu ermöglichen bedarf es eines Routers. Das kann eine spezielles Gerät sein oder Software auf einem PC, der über mehrere Netzwerkkarten verfügt.

MAC-Adresse Media Access Control Adress, physikalische Adresse, Hardware-Adresse
Diese Adresse ist eine 12stellige Hexadezimalzahl, die jeder Netzwerkkarte und ähnlichem fest zugeordnet ist. Diese Adresse ist von der Idee her weltweit unikat. Sie dient zur eindeutigen Identifizierung eines Gerätes bei der Netzwerkkommunikation.

Mbit Maßeinheit der Datenübertragungsrate, also Datenmenge pro Zeit.
10 Mbit heißt, dass 10 Megabit Daten pro Sekunde übertragen werden können. Vollständigerweise müsste es also 10 Mbit/s heißen.
Ein Byte besteht aus acht Bit, somit sind 10 Mbit zehn Achtel Megabyte pro Sekunde (MB/s).
1000 MBit wären damit 125 MB/s, eine Datengeschwindigkeit, die ein handelsüblicher PC weder über seinen internen Datenbus (PCI) schaufeln kann noch von seiner Festplatte lesen oder schreiben kann. Diese Geschwindigkeitsangaben von 10, 100 oder 1000 Mbit sind auch Bruttoangaben. Das heißt, die Summe aller übertragenen Bits. Viele davon sind aber nicht die eigentlich zu übertragenen Nutzdaten, sondern auch deren Verpackung (Protokolloverhead). Die Nettoübertragungsrate kann nur durch Ausprobieren oder Messen näherungsweise ermittelt werden.

Netzwerkkabel Glasfaser mal außen vor gelassen
Aussehen tun sie alle gleich. Es sind Twistedpair-Kabel, also Kabel bei denen jeweils zwei Adern zu einem Pärchen verdrillt sind. Ein Netzwerkkabel hat üblicherweise 4 Pärchen, also acht Adern, die auch üblicherweise von 1-8 nummeriert werden. Die Kabel enden in einem RJ-45 Stecker. Es gibt unterschiedliche Güteklassen in Bezug auf ihre Abschirmung und Übertragungsqualität
Für ein 10 Mbit-Netzwerk reicht ein Kabel der Klasse 3 (z.B. Telefonfestinstallationskabel). Für 100 Mbit muss es Klasse 5 sein und für 1000 Mbit muss es Klasse 5b sein. Ein besseres Kabel ist natürlich auch für eine langsamere Geschwindigkeit geeignet, macht sie deswegen aber nicht schneller.
10 und 100 Mbit nutzen von den acht Adern nur vier (Nummer 1,2 und 3,6). Es könnten mit entsprechenden Adaptern somit zwei Verbindungen über ein Kabel gebastelt werden. Die zweite Verbindung kann dann die Adern 4,5 und 7,8 nutzen.1000 Mbit braucht alle acht Adern.
Es gibt normale Netzwerkkabel die gerade verdrahtet sind (1zu1). Das heißt Pin 1 des einen Steckers ist mit Pin 1 des anderen Steckers verbunden und Pin 2 mit Pin 2 usw. Man sieht es an den Farben der Adern, wenn man die Stecker eines Kabels in gleicher Richtung nebeneinander hält. Die Anordnung der Farben ist dann identisch.
Es gibt auch gekreuzte Netzwerkkabel (crossover), bei denen die Pinverdrahtung nicht 1zu1 ist. Die Sendedrähte sind auf die Empfangskontakte gelegt und umgekehrt (1<->3, 2<->6, 3<->1, 6<->2).
Für eine Verbindung zwischen gleichartigen Geräten wird ein gekreuztes Netzwerkkabel benötigt. Hub zu Hub, Switch zu Switch, Hub zu Switch, PC zu PC, Dbox2 zu PC.
Für eine Verbindung zwischen verschiedenartigen Geräten wird ein gerades Kabel benötigt. PC zu Hub, Dbox2 zu Switch, Switch zu PC.
Bei Gigabit-Ethernet (1000 Mbit) ist es egal, ob es ein gerades oder ein gekreuztes Kabel ist, die Geräte merken das von alleine und richten sich darauf ein.
Das falsche Kabel führt nicht zu Defekten, sondern nur dazu, dass keine Verbindung entsteht, also ruhig mal ausprobieren. Vorsichtig muss man nur bei defekten Kabeln sein (Kurzschluss) oder selbst gefummeltem Zeug.

PeerToPeer (P2P) Serverloses Netzwerk
Also das, was wir i.d.R zuhause haben, ein Heimnetz, in dem jeder Rechner als Bedienstation (Workstation) dient, aber auch Serverdienste anbieten kann (Drucker-, Datei- , Internetverbindungsfreigabe, …). P2P ist in der letzten Zeit immer mehr Begriff für Filesharingdienste (Dateifreigabe übers Internet), z.B. BitTorrent.

Port logischer Anschluss für Netzwerkkommunikation
Wenn die IP-Nummer die Telefonnummer eines Rechners ist, dann ist die Portnummer die Durchwahl eines Sachbearbeiters. Einen Rechner kann man über seine IP-Nummer erreichen, einen speziellen Dienst, der auf diesem Rechner zur Verfügung gestellt wird und zwar auf einem speziellen Port, kann man mit der IP-Nummer kombiniert mit der Portnummer direkt erreichen. Ein Webserver z.B. stellt seinen Dienst standardmäßig auf dem Port 80 zur Verfügung. Mal einen Jack-PC mit der IP-Nummer 192.168.0.2 als Beispiel genommen. Auf diesem Rechner läuft JtG und VLC. Beide fungieren auch als Webserver, stellen diese Dienst aber, je nach Konfiguration auf verschiedenen Ports zur Verfügung. Per Browser erreicht man aus dem lokalen Netzwerk per http://192.168.0.2:8080 das Webinterface von VLC und mit http://192.168.0.2:8081 das Webinterface von JacktheGrabber. Per http://192.168.0.2 erreicht man nichts, solange keine "richtiger" Webserver auf dem Rechner läuft. Ist der Rechner mit dem Internet verbunden und hat somit eine öffentliche IP-Nummer kann man die Dienste auch auf diesen Ports ansprechen, unter Verwendung der öffentlichen IP-Nummer:Portnummer. Ist ein Router im Netzwerk vorhanden, der die Verbindung zum Internet hält und man hat bei ihm das Portforwarding konfiguriert, dann erreicht man diese Dienst auch von außerhalb, gegebenenfalls aber unter abweichenden Portnummern. Firewalls können Anfragen an bestimmte Ports blockieren. Es gibt unzählige Dienste und unzählige Portnummern, was einen normalerweise nicht interessieren muss. Relevant wird es erst, wenn man Dienste durch eine Firewall hindurch nutzen möchte, dann müssen diese Ports freigegeben sein und wenn man zwei gleichartige Dienste auf einem Rechner laufen hat, dann müssen sie auf verschiedene Ports konfiguriert werden, um erreichbar zu bleiben. Zwei Sachbearbeiter an einer Durchwahl wissen nicht wer gerufen wird, das ist hier ja kein Callcenter.

Proxy ein Stellvertreter
Ein Proxyserver kann viele Funktionen erfüllen. Eine Aufgabe kann es sein, als Zwischenspeicher (Cache) zu fungieren. Je nach Internet Service Provider stellt ein Client eine Anfrage entweder direkt ans Internet oder zunächst an einen Proxy. Ist ein Proxy eingebunden, landet jede Anfrage zuerst bei ihm. Er stellt stellvertretend die Anfrage, gibt die Antwort zurück und merkt sich diese. Sobald ein Client dieselbe Anfrage stellt, kann der Proxy sie beantworten, ohne einen Internet-Server belästigen zu müssen. Das verringert die Antwortzeit und die Netzwerkbelastung. Fürs Heimnetzwerk hat man normalerweise keinen Proxy, der Rechner kann aber dennoch fälschlicherweise auf Proxy eingestellt sein. Das übliche Ergebnis ist, dass Jack meldet er finde die Box nicht, obwohl alles Andere wunderbar funktioniert. Die Lösung ist, die Einstellungen am PC zu ändern.
[Start] -> Einstellungen -> Systemsteuerung -> Internetoptionen -> Verbindungen -> LAN-Einstellungen -> [Einstellungen…]. Hier darf nichts angehakt sein. Das ist eine häufige Ursache für den "Box nicht gefunden"-Fehler. Auch wenn hier nichts angehakt ist, gibt es Software, die sich wie ein Proxy verhalten, um z.B. den Internetzugang zu anonymisieren. Auch sie können den Zugang zur Dbox2 einschränken und sollten bei Verbindungsproblemen zur DBox2 deinstalliert werden.

Router die Schleuse im Netzwerkverkehr
Ein Router dient dazu zwei Netzwerke zu verbinden, die sich aufgrund ihrer andersartigen IP-Nummern (Subnetz) eigentlich nicht unterhalten können. Ein Router zuhause wird normalerweise von DSL Nutzern eingesetzt um das heimische Netzwerk mit dem Internet zu verbinden. Hier wird geroutet. Viele schreiben sie hätten ihre Dbox2 per Router am PC angeschlossen. Das ist so nicht richtig. Sie haben dann zwar den PC und die Dbox2 an einem Gerät angeschlossen das sich Router nennt, aber nicht an den Anschlüssen, an denen tatsächlich geroutet wird, sondern an den LAN-Anschlüssen des integrierten Switches. Es handelt sich dann um ein Kombi-Gerät bei dem sich ein Switch und ein Router im selben Gehäuse befinden. Die Verbindung PC zu Dbox2 geht dann direkt über den Switch, dem Router ist das egal. Erst wenn der PC oder die Dbox2 ins Internet will, wird der Router aktiv und schafft eine Verbindung zwischen seinen LAN-Anschlüssen und seinem WAN-Anschluss an dem das DSL-Modem hängt, es sei denn dieses wäre auch im Router integriert. Der Vorgang wäre dabei aber derselbe.

Server die Dienstleister
Ein Dienst, welcher seine Leistung zur Verfügung stellt. Es werden so auch Rechner bezeichnet, die einem Netzwerk zur Verwaltung oder für bestimmte Dienste dienen (z.B. Faxserver nehmen Faxe an und verteilen sie im Netzwerk). Ein Serverdienst kann im Netzwerk auch auf jedem Rechner zur Verfügung gestellt werden. Zum Beispiel um einen Stream von der Dbox2 zum PC zu schicken oder umgekehrt (Streamingserver/VLC).

Subnetz Teilnetzwerk, Netzwerksegment
Bei einem TCP/IP-Netzwerk können sich nur diejenigen Geräte unterhalten, die sich im selben Subnetz befinden. Die Zugehörigkeit zu einem Subnetz wird durch die IP-Nummer und die Subnetzmaske festgelegt.

Switch intelligente Netzwerkmehrfachsteckdose
Hier können mehrere Netzwerkteilnehmer angeschlossen werden um sie miteinander zu verbinden.
An einem Switch können Geräte mit unterschiedlichen Anschlussgeschwindigkeiten angeschlossen werden. Die Dbox2 mit 10 Mbit, ein PC 100 Mbit und ein PC mit 1000 Mbit, falls der Switch 1000 Mbit (Gigabit) kann.
Ein Switch merkt sich beim Beginn eines Netzwerkverkehrs welches Gerät mit welchem sprechen möchte und leitet den entsprechenden Netzwerkverkehr nur an die entsprechenden Anschlüsse weiter. Alle anderen Anschlüsse bleiben von diesem Netzwerkverkehr verschont. Das ist wie eine Direktverbindung zwischen zwei Geräten. Von diesen Verbindungen können mehrere gleichzeitig bestehen. Jede Verbindung zwischen zwei Geräten kann dabei so schnell sein wie es das langsamere Gerät zulässt. Die Gesamtbandbreite des Netzwerkverkehrs innerhalb des Switches kann ein Vielfaches der Anschlussgeschwindigkeit sein. Beim Streamen über einen Switch darf an einem PC, der mit 100 Mbit angeschlossen ist ruhig weitere Netzwerkaktivität stattfinden, da die Dbox2 maximal 10 Mbit dieser Bandbreite beanspruchen kann. Rechnerisch bleiben noch 90 Mbit übrig um mit anderen Geräten zu kommunizieren. Wie viel man dem Netzwerk des streamenden PCs und ihm selbst tatsächlich zusätzlich zur Aufnahme zumuten darf, hängt von der Ausstattung und Belastbarkeit des PCs ab. Ausprobieren macht schlau.

TCP/IP Transmission Control Protocol / Internet Protocol, ein Netzwerkprotokoll
Die Sprache die im Netzwerk gesprochen wird ist das Protokoll. TCP/IP muss konfiguriert werden, damit die Kommunikation klappt. Dazu muss jedes Gerät im Netzwerk eine eigene, unikate IP-Nummer haben. Doppelt vergebene IP-Nummern verhindern die Kommunikation. Beim TCP/IP-Protokoll werden alle Daten paketweise durchnummeriert und per Nachnahme mit Rückschein verschickt und vorher nachgefragt ob auch jemand zuhause ist, um die Pakete anzunehmen. Der Empfänger erkennt wenn ihm was fehlt und kann es nachfordern und der Absender erfährt, wenn seine Sendung unversehrt ankam. Das benötigt einen relativ großen Protokolloverhead, ermöglicht aber eine zuverlässige Übertrgung.

UDP User Datagram Protocol, ein Netzwerkprotokoll, gehört zur TCP/IP-Familie
Die Sprache die im Netzwerk gesprochen wird ist das Protokoll. UDP verschickt alle Daten paketweise im guten Glauben, dass sie schon ankommen werden. Das macht das Protokoll recht schlank. Es kontrolliert dabei aber nicht ob Pakete auf den Postweg verloren gegangen sind. Das hält den Protokolloverhead recht klein. Die Übertragung ist aber unzuverlässiger.
Die Streaming-Engine udrec bedient sich vorrangig des UDP-Protokolls, es sind aber Vorkehrungen getroffen, die ein Verschlampen von Datenpaketen verhindern. Die Fehler-Meldung "packet lost" bezieht sich nicht darauf, sondern "nur" auf eine Überforderung der realen Netzwerkbandbreite.

UPnP Universal PlugAndPlay
Eine Erweiterung der PlugAndPlay-Standards um Netzwerkumgebungen. Es soll die Konfiguration automatisieren. Auch Mediaserver und -clients sind in diesem Standard bedacht. Hier kann der Client beim Server sogar ein transkodiertes Signal anfordern, damit er es darstellen kann.

Euer JtG-Team
Zuletzt geändert von Pedant am So 19 Jun 2005, 15:19, insgesamt 11-mal geändert.
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